*kopfkratz* Open Source vs. Blogger?

Wieso machen die das? Egotrip? Nunja, zumindest konnte ich mir nun darüber im Klaren werden, dass Blogosphäre (die Welt der Weblogs) nicht so ohne weiteres mit der Open Source-Welt gleichzusetzen ist. Was sehr schade ist, aber wir haben ja glücklicher Weise noch ein paar andere Medien, in denen die Teilungsbereitschaft (merke: die Bereitschaft, etwas abzugeben), doch ausgeprägter ist.

Was ist passiert? Da gibt es einen Dienstleister (Izynews), der Bloginhalte einsammelt und gegen Geld über einen IMAP-Server zur Verfügung stellt. Das gefällt den Besitzern der betroffenen Bloggs nicht, sie wollen einfach nicht, dass Izynews mit ihren Blogeinträgen Geld verdient. Ansich ist diese Einstellung auch okay, dafür haben wir ja das Urheberrecht, das (in Deutschland) die Verwertungsrechte mit beinhaltet. Nur habe ich diese Einstellung nicht ausgerecht von Open Source-Anhängern erwartet, von Leuten, die ansonsten gerne den ungehinderten Fluss von Informationen fordern.

Vielleicht liegt es ja daran, dass Blogger (liebe Leser, auch dies hier ist ein Blog ;-)) von einem Starken Drang zur Selbstdarstellung getrieben werden. Schließlich sind eine Reihe nützlicher Techniken rund ums Bloggen entwickelt worden, die einen Beitrag schnell zu distributieren, indexieren, such- und auffindbar machen. Ganz zu schweigen vom phantastischem Google-Ranking, den so ein Blog nach sich zieht. Ausgerechnet ein Dienstleister, der mal nicht über Werbung Geld verdienen will, der soll nun als Distributionskanal ausgeschlossen werden?

Mein Content, meine Nutzungsrechte! Bitte schreibt Bücher oder eröffnet geschlossene, von mir aus auch kostenpflichtige Communities, aber macht mir mein Netz nicht noch kaputter, als es schon ist.

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Kommentare

ich denke, dass Du die Free a

ich denke, dass Du die Free and Open Software Bewegung (was ich mal vermute, was Du mit Open-Source anhängern meinst) mit der Public Domain Bewegung verwechselst.
In der F/OSS bewegung wird das Copyright sehr wohl hochgehalten. Die Verschiedenen Lizenzen erlauben zwar einen etwas freieren Handlungsrahmen (beispielsweise die Möglichkeit, entstandene Werke ohne Kompensation für den Originalverfasser zu verkaufen), das Copyright an sich wird aber nie an den Lizenznehmer abgetreten.
Wenn es den Leuten nicht passt, was man mit ihrem ©-geschützten Material anstellt, was meistens mit einer Lizenzverletzung einher geht, können sie natürlich handeln und mit dem Missetäter im Rahmen des Urheberrechts verfahren.
Und soweit ich das verstanden habe, waren die meisten blogger leicht angesäuert, dass die von ihnen geschaffenen Inhalte von jemand Fremden dazu benutzt wurden Profit zu machen. Die geschriebene Sprache ist keiner so komplexen Wirkkette unterworfen wie Software, die ich durchaus mit sehr diversen Zielen schreiben kann. geschriebene Sprache dient immer der zwischenmenschlichen Kommunikation, von mir erschaffene Software muss dies jedoch nicht tun. Geschriebene Sprache ist immer schon ab einer bestimmten recht kleinen Länge sinnvoll, Software kann zB erst durch Hinzufügen eines einzigen Buchstaben "sinnvoll" werden, selbst wenn sie im textumfang schon faustsche Ausmasse erreicht hat. Daher die Notwendigkeit ergänzender Lizenzen zusätzlich zum Copyright bei Software. Daher geniesst ein Text in geschriebener Sprache soviel Schutz durch das Copyright.
Die Information an sich soll frei sein, ich denke das bestreitet kein blogger. niemand von uns will Informationen wegschliessen oder unnötig kontrollieren.
Niemand hindert den anderen einen eigenen Text zu einer Information zu verfassen (meinetwegen auch Bezugnehmend auf mich als Quelle oder Referenz).
Wenn aber mein ganz spezifischer Text in gesprochener Sprache zu einer Information von jemand anderen nur zu dessen eigenen finanziellem Nutzen nichtlizensiert kopiert wird, ist das für manche (mich eingeschlossen) nicht ok.
Die Anschuldigung ich würde mit der Wahrung meiner Rechte etwas "kaputter" machen ist unhaltbar.

@Martin: Nein, nein –

@Martin: Nein, nein – nicht kaputt, nur ein wenig kaputter. Das Netz – wenn ich es denn einmal als verallgemeinerndes Synonym stehen lassen darf – büsst jeden Tag ein Stückchen von seiner Funktionalität ein. Auf technischer Seite werden Beschränkungen eingeführt, die vorgeblich die Nutzer vor Schaden bewahren sollen. Von Büssow bis GMX und Web.de, AOL und T-Online -- sie alle bauen Contentfilter. Büssow will rechtsrakdiale Inhalte eliminieren, Mail-Dienstleister wollen Spam vom Nutzer fernhalten und T-Online hat jüngst mal ein paar Domains gegen /dev/null geroutet, damit eine Phising-Attacke mit T-Online-Rechnung keinen Schaden anrichten kann. Wo die Technik nicht weiterhilft, stößt der freie Fluss der Informationen denn schnell an seine legislativen Grenzen. Urheberrecht und Softwarepatente beispielsweise – mehr brauche ich da wohl nicht drüber zu schreiben.

Und nun diese Debatte. Ich denke, nicht nur mir fällt es schwer, eine Abgrenzung zu den klassischen Medienverwertern (nach Kris' Definition dem kompetetiven Lager) zu finden. Kris hat ja selbst beobachtet, dass bei der ganzen Diskussion die Argumentationslinie nicht sehr schlüssig gewesen ist. Sicherlich ein Grund, warum seine Analyse breite Zustimmung gefunden hat. Er hat ein Bild entworfen, in dem die Guten, die mit der kooperativen Wertschöpfung, die Bösen daran hindern, von ihren Werken zu profitieren. Kris bietet als Lösung ein Opt-In-System an. Witzig, ich dachte da auch schon an so etwas wie PICS (und DRMS)...

Aber, lassen wir doch mal die Kirche im Dorf. Wir sprechen gerade von Blogs, d.h. von unseren tagtäglichen Absonderungen. Gewiss, darunter finden sich immer mal wieder Perlen mit schöpferischen Gewicht. Dennoch, Blogging ist eine weitere Form von Kommunikation, und die möchte ich gerne frei von irgend welchen Restriktionen sehen. Und so lange meine Blog-Einträge und meine Kommentare inhaltlich korrekt, nicht sinnentstellt und mit meinem Namen versehen distributiert werden, habe ich überhaupt kein Problem mit Izynews. Dinge, denen ich eine gewisse schöpferische Höhe zurechne und die ich nicht so ohne weiteres teilen möchte, erschienen sicherlich nicht in meinem Blog. Don Alphonso hat sein Buch schließlich auch mit Hilfe des kompetetiven Lagers vertickt.

Letzendlich ist mir von der Debatte ein unangenehmes Gefühl geblieben. Es beunruhigt mich, dass ich von mir geachteten Menschen wie Martin und Kris – die ich dem Open Source-Gedanken verpflichtet wahrgenommen hatte – Argumente lese, die meiner Meinung nach den Open Source-Gedanken konterkarieren. Einige Argumente haben mich tatsächlich an die Vertreter der klassischen Medienverwerter erinnert. Das ist sehr schade, für mich bedeutet Open Source eben auch die Geisteshaltung, einfach nur teilen zu wollen, ohne vorher abzuchecken, ob mir denn die Nase eines potentiellen Nutznießers gefallen würde. Wohlgemerkt, dass bezieht sich jetzt auf die Kommunikation.

@Anonymous: Ich habe tatsächlich die Argumente des kooperativen Lagers nicht verstanden. Und meinen Senf habe ich begetragen, da ich befürchte, dass genau diese Argumente Futter für das böse Lager sein werden.

@Udo: Ich wollte nicht den Eindrucken erwecken, als hielte ich das Internet für einen rechtsfreien Raum. So eine Einstellung ist mir fremd.

Tim: Und weil Du in irgendein

Tim: Und weil Du in irgendeiner Weise "beschränkte" Inhalte nicht im Netz haben willst, sollen sie lieber gar nicht ins Netz gestellt werden ("Schreibt Bücher")? Und _dadurch_ wird das Netz besser? Das verstehe ich nicht. Nach der Variante kriegst Du das "alte" Netz: Ein Haufen von Medienunternehmen, die den Markt, wenn man ihn von der Leseseite betrachtet, dominieren, ein Haufen aus Academia und ein Haufen von Public Domain Aktivisten. Und das ist besser/schöner/un-kaputter?

Ich möchte eine unbeschrä

Ich möchte eine unbeschränkte Kommunikation, eine, die nicht durch irgendwelche Restriktionen behindert wird. Ich bin wohl nicht der einzige, der sich in der Debatte an die Argumente der Medienverwerter erinnert fühlte (z.B. Siegfried Hirsch).

Es sollte nochmal hervorgehoben werden, dass wir hier von Weblogs, von Einträgen und Kommentaren, von Feeds sprechen. Und darum, dass versucht worden ist zu definieren, mit welchen Geschäftsmodellen man ein guter Distributor ist und mit welchen Geschäftsmodellen man ein böser Distributor ist. Die ganze Zeit ging es eben nicht um die Aneignung fremder Werke sondern um die Distribution der Inhalte und wie man böse Distributoren ausschließen kann. Vielleicht habe ich mich in meiner Wortwahl vergriffen, die jedoch nur Ausdruck meiner Hilflosigkeit sein sollte. Denn ich verstehe einfach nicht, warum es diese gewaltige Diskussion um Izynews gegeben hat. Früher™, als alles besser war, war man froh, dass man sich frei austauschen konnte. Damals gab es weder von Seiten der Medieninstrie (die war früher™ im Netz schlicht nicht vorhanden) noch von Nutzerseite Bestrebungen, den Zugang zu Inhalten zu kontrollieren.

Es hat einen einfachen Grund, warum ich einer beschränkten Kommunikation ablehnend gegenüber stehe: Der Witz an der Diskussion ist doch, dass wir im Grunde über Restriction Management reden, um die Möglichkeit, bestimmte Gruppen von der Distribution der Inhalte auszuschließen. Egal welche heren Ideale dafür Pate stehen mögen. Letztendlich wird dadurch der Argumentationslinie der DRMS-Gegner nur an Kraft genommen.

Es wird dich überraschen, ab

Es wird dich überraschen, aber zwischen Büchern und Weblogs besteht kein großer Unterschied. In beiden Fällen bestimmt der Autor über die Verwendung seiner Texte. Es ist ein großer Irrtum zu glauben, dass alles was im Netz steht, von jedermann vervielfältigt und verwurstet werden kann, noch dazu ungefragt.

Solch einen Schwachsinn hab i

Solch einen Schwachsinn hab ich ja schon lange nichtmehr gelesen. Anscheinend hast du die Diskussion auch nicht im Ansatz richtig verfolgt oder bist einer der Sorte die (da ja jeder etwas darüber schreibt) auch unbedingt ihren unqualifizierten Senf dazu abgeben müssen. Ich würde dich gerne sehen wie du reagieren würdest wenn jemand deine Inhalte 1zu1 spiegelt und damit kohle verdienen will ohne dich auch nur um Erlaubnis zu fragen.

Inwiefern "mache ich das Netz

Inwiefern "mache ich das Netz kaputt", wenn ich fordere, dass mir jemand eine einzeilige E-Mail schreibt, bevor er meine Inhalte verwertet?