
Dass es so einige Branchen im IT-Business gibt, die über die Spam-Plage nicht wirklich unglücklich sind, wird schon seit einiger Zeit kolportiert. Denn am Spam verdienen neben den Spammern auch
ganz ordentlich mit.
Interessant ist nun ein "offizieller" Leserbrief des Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in der aktuellen c't (c't 21/2004), in der dies öffentlich bestätigt wird. Daneben hebt der Leserbriefschreiber des BSI, Michael Thiel, hervor, dass gegen Spam nur etwas hilft, das die Spammern (oder sollen wir lieber von einer Spam-Industrie reden?) ihrer wirtschaftliche Grundlage beraubt.
Die Mailplagen Spam und Phising können nur bekämpft werden, wenn der wirtschaftliche Erfolg ausbleibt. Service-Provider, Hardware- und Spamfilter-Hersteller und natürlich die Spammer selbst profitieren davon. Aus diesen Lagern ist keine ernsthafte Abhilfe zu erwarten.
Thiel hofft bei entsprechender Aufklärungsarbeit auf die Vernunft der Nutzer, um Spam wirtschaftlich uninteressant zu machen. Ob dies allerdings eine erkennbare Wirkung hat, wage ich zu bezweifeln. Schließlich gehen schon jetz die allermeisten Nutzer auf durch Spam verbreitete Angebote nicht ein. Doch wenn man sich mal ansieht, dass pro Spam Run locker 20 Millionen Spam-Mails verschickt werden (und so etwas nicht wirklich nicht teuer), dann ist eine Bestellquote von einem halben Promille sehr lukrativ: Wir reden hier von 10.000 Bestellungen im Wert mehrerer zig Dollar. Was davon beim Spammer hängen bleibt, fand im letzten Jahr Wired heraus:
Swollen Orders Show Spam's Allure.
Spam wird schon jetzt von so gut wie allen Nutzern als Ärgernis wahrgenommen. Dennoch wird es immer irgendwo einen geben, der auf eine Spammail hereinfällt. Das einzige was hilft, ist eine gesetzliche Regelung zu finden, die das Spamming für Firmen uninteressant macht. Hier sind derzeit vor allem die U.S.A gefordert, da der weit überwiegende Anteil der Spammails von dort stammen.
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